Düsentrieb 4.0
WIE SICH UNSERE INGENIEURE AM BESTEN AUF DEN DIGITALEN WANDEL VORBEREITEN

Mike Riegler, Gründer und Geschäftsführer der PMG Projektraum Management GmbH, über die besonderen Herausforderungen und Chancen für den Ingenieur von morgen.

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Herr Riegler, wir leben in einer Zeit umfassender technologischer Umbrüche: Internet of Things, Künstliche Intelligenz, IT-Clouds, selbstlernende Algorithmen, Robotik, Big Data. Zudem heißt es oft, die Digitalisierung zerstöre alles: Traditionelle Geschäftsmodelle, Produkte, Technologien, Dienstleistungen. Auch den Beruf des Ingenieurs? Ein Grund für ihn, nervös zu werden?

Mike Riegler: Im Gegenteil. Zunächst: An Veränderungen sind Ingenieure gewohnt, beispielsweise mit der Einführung des Computers und von CAD. Jetzt wartet also die nächste Herausforderung, die Digitalisierung. Nicht mehr, nicht weniger. Zudem waren Ingenieure schon immer Gestalter und Vorreiter, seit Menschengedenken verschieben sie jeden Tag die Grenzen des technisch Machbaren. Sie waren die ersten, die digitale Instrumente auf dem Bau entwickelt und eingesetzt haben. Um nun also auf Ihre Frage zurück zu kommen: Nein, für unsere Ingenieure besteht kein Grund, nervös zu werden. Im Gegenteil: Sie sehen die Digitalisierung als große Chance, auch wenn sie starke Veränderungen hervorruft. Sie sollten nur gut vorbereitet sein.

Vorbereitet sein, auf was konkret?

Mike Riegler: Alles, was Menschen auf den Baustellen erledigen und in einem Algorithmus erfassbar ist, wird in Zukunft automatisiert werden. Roboter können bereits heute Träger und Mauern errichten oder Bohrungen durchführen. Im Gerüstbau arbeitet man an der automatisierten Montage durch Robotik-Logistiksysteme. Beim Massivbau gibt es Innovationen im seriellen und modularen Bauen. 3-D-Druck findet materialübergreifend statt. Und koordiniert wird das alles am besten im virtuellen Projektraum.

Und der Ingenieur? Was muss passieren, damit er auf den digitalen Wandel bestmöglich vorbereitet ist?

Mike Riegler: Dafür gibt es kein Erfolgsrezept. Aber fünf Faktoren sind ganz wichtig:

Erstens: Ein Unternehmensklima, das Neugier und Begeisterung fördert und belohnt.

Gerade junge Talente brauchen heute ein selbstbestimmtes Arbeitsumfeld – und das in dynamischen, innovativen und weniger förmlichen Unternehmen. Wer das nicht bieten kann, wird sich mit der zweiten Wahl am Arbeitsmarkt begnügen müssen. Wenn er überhaupt noch Mitarbeiter findet.

Zweitens: Ein neuer Umgang mit Fehlern.

Nicht zulasten von Qualität und Sicherheit, sondern in Bezug auf Entwicklung und Innovation. Was dürfen meine Mitarbeiter ausprobieren? Gebe ich Anreize, Ideen einzubringen, oder blockiere ich? Belohne ich erfolgreich umgesetzte Ideen? Wer wirklich Innovationen fördern will, der muss eine eigene Fehlerkultur entwickeln und aus Fehlern lernen.

Drittens: Mehr Flexibilität, räumlich und intellektuell.

Immer wichtiger wird, dass wir uns neuen Arbeits- und Kommunikationsformen öffnen. Klassische Hierarchien regeln zwar Verantwortlichkeiten, führen aber auch zur Verlangsamung –heute ein klarer Wettbewerbsnachteil. Viele Unternehmen experimentieren deshalb mit neuen Arbeitsformen und bilden interdisziplinär besetzte Teams. Dabei wird dem Team ein klares Ziel vorgegeben, für die Umsetzung ist es dann allein verantwortlich. Da hat der klassische Chef ausgedient.

Viertens: Interdisziplinär arbeiten, aber mit einer gemeinsamen Sprache.

Disziplinübergreifendes Arbeiten erfordert, sich mit anderen Disziplinen zu verständigen. Eine „gemeinsame Sprache“ also immer wichtiger. Gerade beim Thema BIM kommen unterschiedliche Fachdisziplinen zusammen, die geplant und gesteuert werden wollen. Dabei stellt sich nicht die Frage, OB, sondern WANN man damit anfängt. Nur sein bestehendes Geschäftsmodell zu pflegen, reicht nicht mehr aus. Man muss zukunftsfähige Strategien neben dem Kerngeschäft entwickeln – sozusagen einen „Hybridantrieb“ für das Unternehmen. Das verlangt Weitblick, Mut und Kreativität. Nur nacktes Wissen anzuhäufen, reicht nicht aus. Neben einer gemeinsamen Sprache braucht man zudem die Fähigkeit, sie entsprechend einzusetzen, also Social Skills, Kommunikations- und Nahtstellenkompetenzen.

Fünftens: Vernetzen, vernetzen, vernetzen! Die Fähigkeit, starke Netzwerke aufzubauen und zu managen, wird in Zukunft eine wichtige Grundlage für Wachstum und Unternehmenserfolg sein. Virtuelle Teams, Allianzen, Plattformen, Kooperation und Kollaboration – darum wird sich vieles drehen. Deswegen sind gute Netzwerke heute und in Zukunft so wichtig. Das fördert gezielt die Ideen der Nachwuchs-Ingenieure und gleichzeitig den Austausch zwischen den Ingenieurgenerationen. Mit dieser Initiative sprechen wir eine ganz andere Generation an, als es die meisten von uns sind, nämlich die sogenannten Digital Natives. Wo unsereins sich noch viele Gedanken über den Einsatz digitaler Medien macht, nutzt diese Generation solche Werkzeuge einfach intuitiv

Ihr Fazit?

Mike Riegler: Der Ingenieur wird sich durch die Digitalisierung weiterentwickeln und verändern. Daraus entstehen viele neue Möglichkeiten, gerade für die Mittelständler. Genau darum geht es doch: um Forschung und Entwicklung, um Innovationen und neue Lösungen. Dazu müssen sie über den eigenen Tellerrand hinausschauen, beweglich bleiben. Und auch Risiken eingehen. Nur weil etwas noch nicht gemacht wurde, heißt es ja nicht, dass es unmöglich wäre. Ich bin lieber Motor und Gestalter, als in Gefahr zu geraten, den Anschluss zu verlieren. So stellen sich unsere Ingenieure am besten für die Zukunft auf – indem sie den digitalen Wandel selbst gestalten.

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Anja Garbellotti
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