IMMOBILIENWIRTSCHAFT 2019
ZWEI VIELBEACHTETE STUDIEN SEHEN AUCH FÜR DIESES JAHR KEIN ENDE DES AUFWÄRTSTRENDS.

Wir fragten uns „Quo vadis, Immobilienwirtschaft 2019?“ Um es vorwegzunehmen: Die Lage sieht gut aus. Weder eine mögliche Zinswende noch die jüngsten konjunkturellen Sorgen können das Klima der Branche trüben. Grundlagen unserer Analyse sind zwei Studien.

Georg Klein
Georg Klein
Gepostet am in Projektraum

Lange wurde die Immobilienbranche von der Niedrigzinspolitik der globalen Notenbanken verwöhnt. Seit 2009 steigen die Immobilienpreise maßgeblich deshalb, weil Investoren in Büros, Wohnungen, und Logistikzentren eine zuverlässige, rentable Anlage sehen, ganz im Gegensatz zu Aktien und anderen Zinsprodukten. Knapp 500 Milliarden Euro flossen in den vergangenen Jahren in deutsche Wohn- und Gewerbeimmobilien, wie kürzlich aus einer Analyse des Immobiliendienstleisters Savills hervorgeht.

POSITIVE LAGE AUCH OHNE NIEDRIGZINSPOLITIK

Auch wenn 2019 die Europäische Zentralbank ihre Abkehr von der Niedrigzinspolitik einleiten sollte. sieht sich die Immobilienbranche von dieser Entscheidung kaum berührt. Über 90 Prozent der Unternehmen schätzen die Lage positiv ein, das zeigt zumindest die aktuelle Auswertung des IW-Immobilienscout-Index, weitere 18 Prozent beschreiben die Situation als befriedigend oder saisonüblich, kein einziges Unternehmen spricht von einer negativen Lage.

Auch die Warnungen vor einem Konjunkturdämpfer können den Ausblick offenbar nicht trüben. Die Erwartungen der Branche sind zuletzt sogar angestiegen. Fast ein Fünftel der befragten Unternehmen rechnen 2019 mit einer Verbesserung der Lage, fast drei Viertel glauben, dass sie konstant bleibt, und nicht mal 10 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.

„Dies ist zunächst überraschend, da sich in den Vorquartalen eine Eintrübung der Erwartungen abzeichnete“, heißt es in dem von Michael Voigtländer vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und Jan Hebecker vom Portal Immobilienscout24 verfassten Bericht. Vor allem bei den Projektentwicklern seien die Erwartungswerte merklich angestiegen.

AUFWÄRTSTREND SETZT SICH FORT

Eine anhaltend gute Stimmung stellt auch Savills fest. Zwar sei im im kommenden Jahr nicht mehr mit den Preissteigerungen und Rekordjagden am Investmentmarkt der vergangenen Jahre zu rechnen. Einen Einbruch halten die Experten aber für ebenso unwahrscheinlich „der Boom am deutschen Immobilienmarkt geht zu Ende, doch der Aufwärtstrend setzt sich auch 2019 fort“, kommentieren die Experten in ihrem Marktausblick. Zwar werde die Käuferseite durch die geldpolitische Normalisierung voraussichtlich etwas geschwächt, „aber die Argumente für Investitionen in deutsche Immobilien bleiben stark und zahlreich – Deutschlands Status als sicherer Anlagehafen zählt hier weiter ebenso dazu wie die Aussicht auf Mietwachstum“, erklärt Marcus Lemli, CEO von Savills Deutschland.

IMMER NOCH ZU WENIG WOHNRAUM

So gut wie bei den Wohnungsunternehmen ist die Stimmung aber in keinem anderen Segment. Mit einem Wert von 97,4 Prozent bleibt sie nahe am Höchstniveau. „Angesichts der mittlerweile beschlossenen Verschärfungen bei Modernisierungen und bei der Mietpreisbremse kann dies überraschen“, heißt es in dem Report. Schwung bekommt der Sektor von den jüngsten Statistiken zu Baugenehmigungen. Zwischen Januar und Oktober wurden knapp 290 000 Wohnungen genehmigt. Das sind zwar 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Dem Immobilienverband GdW zufolge müssten aber jährlich 400 000 neue Wohnungen gebaut werden. „Der Wohnungsmangel in den Ballungszentren bleibt akut, so dass die steigenden Baugenehmigungen nur wenig Linderung bringen“, erklärt GdW-Chef Axel Gadaschko. Denn genehmigt sei noch lang nicht gebaut. Im vergangenen Jahr seien lediglich 284 000 Wohnungen fertiggestellt worden.

Voigtländer und Hebecker lassen in ihrer Analyse jedenfalls keinen Zweifel aufkommen, dass die Hochphase der Immobilien Branche im kommenden Jahr anhalten werde. Schon die Fundamentaldaten sprächen dafür. Die Bevölkerung in den Metropolen wachse weiter, Beschäftigungs- und Lohnzuwächse seien ebenfalls zu verzeichnen.

ZUM PMG DATENRAUM
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Stephan Seidenberger
PMG | Head of Sales
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